In Brasilien ist es bereits gelungen, eine sehr gute Struktur und Verknüpfungen verschiedener Projekte aufzubauen.

Im Mittelpunkt stehen Kinder und Jugendliche einer Favela in Salvador de Bahia.
Das Leben in einer Favela ist geprägt von Perspektivlosigkeit, Dreck, Lärm, Drogen und Gewalt.

Es wurden Patenschaften zwischen Kindern einer dortigen Privatschule (sie wurde gegründet, da die staatlichen Schulen sehr schlecht bilden) und Personen in Deutschland initiiert. Durch eine lückenlose Betreuung der Kinder durch Schule, Nachhilfe, Tagesstätte und die Betreuung der Familien durch eine Sozialarbeiterin soll der Erfolg der Patenschaft sichergestellt werden mit dem Ziel, den Kindern eine gute Lebensperspektive zu geben.
In der Sport- und Tagesstätte Fenix Negra, die von unserem Partner Leonis Borges gegründet wurde, werden die Kinder in Capoiera unterrichtet. Sie ist Teil der

umfassenden Betreuung der Kinder. Leonis schafft mit seiner Schule ein Angebot zur sportlichen Freizeitgestaltung, in welchem Bildung und soziale Werte, wie die Förderung des Gemeinschaftssinns der Gruppe, vermittelt werden und gibt somit Inputs für eine positive Veränderung.

Ein weiterer Verknüpfungspunkt ist die Zusammenarbeit mit AMAP e.V. In Brasilien wird der atlantische Regenwald, ein Teil der „Lunge der Erde“, abgeholzt. Es gibt Vereine wie AMAP e.V., die sich dieser Entwicklung entgegenstellen. AMAP e.V. kauft gerodete Areale und forstet sie auf.
Leonis organisierte einen Ausflug zu einer der Plantagen, an dem 50 seiner Schüler teilnehmen konnten. Sie pflanzten dort Bäume, trainierten Capoeira, nahmen an Schulungen teil, besuchten die letzten Goldkopflöwenäffchen und machten Ferien. Für die meisten der Kinder war dies der erste Ausflug aus der Favela, die erste Möglichkeit zur Flucht aus den dortigen sozialen Problemen.
GlobalSocial-network e.V. organisierte zusätzlich, dass deutsche Jugendliche auf die Fazenda kommen, um mit den brasilianischen Kindern gemeinsam diese Bäume zu pflanzen. Die Kosten der Reise müssen die deutschen Jugendlichen selbst tragen. Durch diese Kontakte lernten alle Beteiligten Werte wie Disziplin, Ordnung im Chaos, Eigenverantwortung und in der Gruppe aktiv sein kennen. Vor allem aber lernten sie die Umwelt kennen und konnten einen Bezug zur Umwelt herstellen.
Diese Ausflüge sollen nun regelmäßig jährlich stattfinden. Zusätzlich ist Leonis angehalten, weitere Capoiera-Meister anderer Favelas zu motivieren, dieses Projekt zu übernehmen und zu unterstützen.

Geld für dieses Projekt der Aufforstung erarbeiten auch Schüler des Heinrich-Böll-Gymnasiums Saalfeld. Sie initiierten das Projekt „Stofftasche haste – weg mit der Plaste“ im Rahmen des „Thüringer Jugendpreis Nachhaltigkeit 2018“. Sie nähen Stoffbeutel, deren Erlös der Aufforstung der AMAP-Areale zugutekommt. Mit jedem Beutel kauft der Käufer einen personalisierten Baum, der in Brasilien von den Kindern der Favela eingepflanzt wird. Somit werden Beutelkäufer und Baumpflanzer indirekt miteinander bekannt.
Ein kultureller Austausch der Kinder aus Leonis‘ Tagesstätte soll auch zu dem Indian-Trible-Art-Projekt in Indien stattfinden. Unser Partner Kaushik wird dort mit Straßenkindern einen Sari mit Capoiera-Motiven bemalen und ihn dann Leonis zusenden. Dieser wird ihn in seiner Tagesstätte aufhängen und den Kindern der Favela Kaushik, Indien und sein Projekt vorstellen.
Für die Stoffbeutel der Schüler des Heinrich-Böll-Gymnasiums Saalfeld werden in Indien derzeit in Kaushiks Projekt Indian-Tribal-Art-Motive entwickelt, die dann in Deutschland durch die Schüler des Heinrich-Böll-Gymnasiums auf die Beutel aufgebracht werden. So findet ein kultureller Austausch auch zwischen diesen beiden Projekten statt.

Ein Verknüpfungspunkt zum kulturellen Austausch besteht auch zwischen der Aquila Schule Saalfeld und der Grundschule Visao in der Favela. Sie werden im Rahmen des „Chat der Welten“ eine Brieffreundschaft und persönliche Kontakte aufbauen und so ihre unterschiedlichen Lebensumstände und Kulturen kennenlernen können.
Zum Aufforstungsprojekt des AMAP e.V. besteht ein weiterer Verknüpfungspunkt zu den Feengrotten Saalfeld. Saalfeld und die Feengrotten nahmen die Agenda 2030 an. In diesem Rahmen werden viele Bäume gepflanzt werden. Für jeden Baum, der in Saalfeld gepflanzt wird, wird parallel ein Baum bei AMAP e.V. im „Regenwäldchen Brasilien“ gepflanzt werden.